Republik Tschad

Wie in allen IBC-Programmländern ist Alkohol eines der größten Hindernisse für eine nachhaltige Entwicklung in der Republik Tschad. Angesichts des hohen Urbanisierungsdrucks sind viele afrikanische Gesellschaften von steigenden Alkoholkonsumraten bedroht. Im IBC-Programmland Tschad, dem fünftgrößten Land in Afrika, ist der Alkoholkonsum besonders hoch. Zwar leben dort 70 Prozent der Bevölkerung abstinent, aber der jährliche Pro-Kopf-Konsum bei der restlichen Bevölkerung ist mit 33,9 Liter reinem Alkohol pro Person und Jahr so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Seit 2013 führen IBC und das Blaue Kreuz Tschad daher das „Life Skills and Peer Education“-Programm mit gefährdeten Jugendlichen durch. Präventionsmaßnahmen werden insbesondere bei jungen Motortaxifahrern durchgeführt. Diese gehören zu den besonders stark betroffenen und gleichzeitig schwer erreichbaren Jugendlichen. Als Jugendliche, denen frühzeitig die Chance auf Bildung aberkannt wurde, haben sie keine Perspektiven und sind deshalb den Gefahren von Alkohol- und Drogenmissbrauch besonders ausgesetzt. Derzeit finden die Aktivitäten hauptsächlich in der Hauptstadt N'Djamena statt. Mit der Ausweitung der Aktivitäten auf weitere Regionen wurde bereits begonnen. Wie im Programm in der Republik Kongo machen das IBC und das lokale Blaue Kreuz bei einer Arbeitsgruppe mit, die sich für die Aufnahme des „Life Skills and Peer Education“-Programms in den Lehrplan der öffentlichen Schulen einsetzt.